Sonntag, 18. August 2013

Jägerregiment zu Pferde 7

 
Stiftungstag:                      
1913               

Errichtet:                             
04.05.1913  

Auflösungstag:                 
Februar 1919

Garnisonsstandorte:        1
1913-1914 Trier

Feldzüge:                           
1914-1918 I. Weltkrieg

 Armeekorps:                     
VIII. Armeekorps
16. Division, 16. Kavallerie-Brigade zusammen mit Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 8             


Uniform:
Im Stil der Kürassiere mit grau-grünem Waffenrock, Aufschläge, Vorstöße Kragen hellgrün, Abzeichenfarbe rosa, Köpfe weiß, Stiefel und Lederzeug schwarz, Regimentsnummer auf den Schulterklappen, Helm wie bei den Kürassieren jedoch mit Dragoneradler.
Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Waffenrock ohne Seitentaschen graugrün, Stehkragen und Ärmelaufschläge vorn herunter und an den Taschenlesiten hellgrün. Rosa Bortenbesatz am Kragen und an den Ärmelaufschlägen mit hellgrünen Streifen und gelben Innenrändern, Schulterklappen hellgrün mit rosa Vorstoß und rosa Abzeichen, blanke Knöpfe aus Tombak.

 
Regimentsgeschichte:
Das Jägerregiment zu Pferde Nr. 7 wurde im Rahmen der für 1913 beschlossenen Heeresvermehrung aufgestellt und bildete zusammen mit dem Jägerregiment zu Pferde Nr.8 die 16. Kavalleriebrigade der 16. Division. Als Garnisonsstandort war Trier vorgesehen. Da die Unterkunft des Regimentes bei dessen Aufstellung im Mai 1913 noch nicht fertiggestellt war, musste das Regiment bis auf weiteres im Biwak untergebracht werden. Die neuen Unterkünfte waren noch nicht richtig bezogen, als mit der Mobilmachung Anfang August 1914 der I. Weltkrieg begann. Das Regiment wurde zunächst im Verband der 16. Division des VIII. Armeekorps (IV. Armee) eingesetzt und wurde an folgenden Abschnitten der West- und Ostfront eingesetzt :
27.09.1914 – 04.11.1914  
Vormarsch zur Marne und Gefechte bei Longwy (08.08.), Flabenville (10.08.), Rossignol les Bulles (21.08), Tintigny (22.08), Brandeville (29.08.), Beaufort (31.08.). Anschließend weiterer Vorstoß durch die Argonnen und Gefechte bei Contrisson (08.09.), Semeize (10.09.) Lille (05.-06.10.), Starzeele (08.10.) Sailly  (10.10.), Meteren (12.-13.10.), Steenwerk (14.10.), Koelberg (20.10.), Oude Kruisiek (21.-29.10.).

04.11.1914 – 30.03.1915  
Stellungskrieg bei Warneton, anschließend Verlegung an die Ostfront.

02.04.1915 – Okt.1916      
Bewegungskrieg im Osten, Mariampol / Wilkowischki, Pillkallen mit Gefechten bei
Niemokszty (26.04.), Kurczany (29.04.), Widginie-Bw.Gotowze (30.04.) in Kurland und bei
Beisagola (05.05.), Szawle (09.-15.05.), Rossienie (27.05.), Zukirsky (28.05.), Lawgole
(02.-03.06.), Lembory (08.06.), Popuczynie (09.06.), Zoginie (10.-27.06.), Kroki (22.07.),
Justiniki-I.Rukischki (31.07.-01.08.), Umjany (02.08.), Okmjana (03.08.), Onikschty (04.08.)
Cesarka (06.08.), Schmudki (07.08.). Swienta (08.-09.08.), Wilkomierz (20.08.-10.09.) und
Schlacht von Wilna (15.09.-25.09.) mit den Kämpfen bei Kriwitschi (15.09.), Wileika (16.09.),
Molodetschno (17.09.), Lebedew (18.09.), Olenez (19.09.), Roskewitschi-Rowosjolki
(20.09.), am Rarocz-Fluß (22.-25.09.), weiter bei Werebe (26.09.), Rowosjolki (28.09.),
Dunilowitschi (29.09.), Mjadsolka (01.-18.10.).

19.10.1915 – 11.08.1916  
Kämpfe an der Postrawy Grabenstellung

11.08.1916 – 26.10.1917  
Stellungen und Kämpfe bei Romanjuny, Stuki Pakowze

26.10.1917 – 31.08.1918  
Etappendienst in Polen (Etappeninspektion Bug) bei Wlodawa, Mienczezin, Dubica, Parzew
und Janow.

31.08.1918 – 18.12.1918  
Verlegung nach Kiew in die Ukraine, Ordnungsdienst und Kämpfe gegen die Einheiten des
Petljura (Symon Petljura, 1879-1926, ukrainischer Politiker und Heerführer, Mitbegründer d
er ukrainischen Arbeiterpartei).
 
Ab dem 18. Dezember 1918 erfolgte die Verlegung des Regimentes in die Heimat. Der
Regimentsstab kam erst am 09. Januar 1919, die letzten Teile des Regimentes erst am
21.02.1919 in der Heimat an. Das Jägerregiment sammelte bei Meppen, wo ab dem
23.01.1919 die Demobilisierung durchgeführt wurde. Die Tradition des Regimentes wurde
übernommen durch die 3. Eskadron des Reichswehr Reiter Regimentes Nr. 9 in Beeskow
(1934).

Literatur:
Freiherr von Tettau, Das Jägerregiment zu Pferde Nr. 7 im Weltkriege, Verlag Tradition Wilhelm Kolk, Berlin 1929
Infanterie-Regiment 159

(8. Lothringisches )

 

Stiftungstag:                      
01.04.1897

Errichtet:                            
 01.04.1897

Auflösungstag:                 
ab 13.12.1918 in Mülheim/Ruhr, ab Februar 1919 in Burgsteinfurt

Garnisonsstandorte:       
1897-1899 Stab Mülheim / Ruhr, I. Bataillon Düsseldorf II. Bataillon Wesel
1899-1913 Stab, I. und II. Btl. Mülheim / Ruhr
1913-1914 Stab, I. und II. Btl. Mülheim / Ruhr, III. Bataillon Geldern            

Feldzüge:                           
1900 China (Teile)
1904/1906 Süd-West-Afrika (Teile)      
1914-1918 I. Weltkrieg

Armeekorps:                     
VII. Armeekorps                              
14. Division, 28. Infanteriebrigade zusammen mit Füsilier-Regiment 39

 
Uniform:
Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Feldgrauer Waffenrock, Vorstöße vorn herunter und an den Taschenleisten ponceaurot, Stehkragen, Ärmelaufschläge, Ärmelpatten ebenfalls ponceaurot, Schulterklappen mit roten Abzeichen und hellblauen Vorstößen, blanke Knöpfe.


Regimentsgeschichte:
Die Gründung des Regimentes geht auf den Beschluss des Reichstages vom 01. April 1897 zur Errichtung neuer Regimenter zurück. Das neue Regiment wurde durch Abgabe von der IV. Bataillone der Infanterie – Regimenter Nr. 16, 56, 57 und des Füsilierregimentes Nr. 39 gebildet und in Mülheim / Ruhr, Düsseldorf und Wesel stationiert. Im März 1899 wurden das gesamte Regiment in Mülheim / Ruhr zusammengezogen. In diesem Jahr fand auch die erste militärische Übung des Regiments auf dem Truppenübungsplatz Senne statt. Freiwillige des Regiments nahmen an den Kämpfen in China (1900) und Süd-West-Afrika (1904/1906) teil. Am 01. Oktober 1913 wurde durch Kompanien der Infanterie-Regimenter Nr. 25, 65, 68 und 69 ein III. Bataillon aufgestellt und in Geldern stationiert. Am 01. Januar 1914 wurde die Fahne des III. Bataillons durch den Kaiser im Zeughaus zu Berlin feierlich geweiht. Nach der Mobilmachung sammelte sich das Regiment zusammen mit den weiteren Einheiten des VII. Armeekorps im Raum Düren – Mariaweiler (bis 13. August 1914). Am 15. August 1914 überschritt das Regiment die Grenze nach Belgien. Der große Krieg hatte begonnen.

 


Offizierskorps des Infanterie-Regiments 159
(Quelle: Das 8. Lothringische Inf. Reg.Nr 159 im Frieden und Weltkrieg, Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935)


22.08.1914 – 25.08.1914  
Kämpfe bei Namur

25.08.1914 – 07.09.1914  
Belagerung und Einnahme von Mabeuge

13.09.1914 – 29.10.1915  
Kämpfe an der Aisne

30.10.1915 – 26.12.1915  
Ruhephase, Ausbildung und Verlegung

27.12.1915 – 20.12.1916  
Stellungskämpfe bei Verdun

21.12.1916 – 26.12.1916  
Transport und Märsche

27.12.1916 – 05.04.1917  
Stellungskämpfe in der Champagne

06.04.1917 – 27.05.1917  
Schlacht in der Champagne

28.05.1917 – 22.10.1917  
Stellungskämpfe bei Reims

22.10.1917 – 27.10.1917  
Märsche und Transport

28.10.1917 – 02.11.1917  
Nachhutkämpfe an der Ailette

03.11.1917 – 10.05.1918  
Stellungskämpfe nördlich der Ailette und „Große Schlacht von Frankreich“

11.05.1918 – 26.05.1918  
Ruhe und Ausbildung

27.05.1918 – 13.06.1918  
Schlacht von Soissons

14.06.1918 – 04.07.1918  
Stellungskämpfe zwischen Oise und Marne

05.07.1918 – 17.07.1918  
Stellungskämfe westlich Soissons

18.07.1918 – 20.07.1918  
Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims

21.07.1918 – 23.08.1918  
Ruhephase, Ausbildung, Märsche und Transport

24.08.1918 – 02.9.1918    
Schlacht bei Albert – Péronne

03.09.1918 – 07.09.1918  
Kämpfe an der Siegfriedlinie

08.09.1918 – 12.09.1918  
Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin

13.09.1918 – 04.10.1918  
Ruhe, Ausbildung und Transport

05.10.1918 – 09.10.1918  
Abwehrschlacht in der Champagne

10.10.1918 – 12.10.1918  
Kämpfe an der Hunding- und Brundhildstellung

13.10.1918 – 31.10.1918  
Kämpfe an der Aisne

01.11.1918 – 04.11.1918  
Kämpfe zwischen Aisnie und Maas

05.11.1918 – 11.11.1918  
Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung und ab 12.11.1918 Rückmarsch

 
Am 13. Dezember 1918 traf das Regiment in seiner Garnisonsstadt Mülheim / Ruhr ein, wo die Demobilmachung durchgeführt wurde. Im Februar 1919 wurden die Reste des Regiments nach Burgsteinfurt verlegt. Dort wurde aus ihnen sowie Teilen anderer Regimenter das „Freikorps Schulz“ gegründet, welches nachfolgend am 23. Juni 1919 nach Dorsten verlegt wurde. Ende 1919 wurde das „Freikorps Schulz“ und das „Freikorps Pfeiffer“ zu einem Regiment vereinigt und gegen Aufständische in Hamborn eingesetzt. Bei den aufgrund des „Kapp-Putsches“ im Ruhrgebiet ausge-brochenen Unruhen (März 1920) wurde das Regiment ebenfalls eingesetzt und nahm an den Besetzungen von Essen und Düsseldorf teil. Im Mai 1920 erfolgte die Verlegung nach Wesel – Friedrichsfelde und am 28. Mai 1920 nach Oldenburg. Dort erfolgte die Zusammenstellung zu einem Bataillon (III. Btl. IR 110) im Verband des Infanterie – Regimentes Nr. 110. Das IR 110 wurde am 01. Januar 1921 in IR 16 umbenannt.  Die Tradition des Infanterie – Regimentes Nr. 159 wurde ab diesem Zeitpunkt von der 11. Kompanie des Infanterie – Regiments Nr. 16 fortgeführt.

 

 
Rekrutenvereinigung auf dem Kasernenhof der Kaserne an der Kaiserstraße in Mülheim / Ruhr
(Quelle: Das 8. Lothringische Inf. Reg. Nr 159 im Frieden und Weltkrieg,Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935)

 

Unterstellung / Zuteilungen des Regimentes und einzelner Bataillone während des Krieges:

Unterstellungen:

02.08.1914 – 03.03.1915  
28. Infanterie-Brigade, 14. Reserve-Division

03.03.1915 – 10.07.1918  
27. Reserve-Infanterie-Brigade, 14. Reserve-Division

10.07.1918 – 17.07.1918  
14. Reserve-Division

18.07.1918 – Dez.1918     
27. Reserve-Infanterie-Brigade, 14. Reserve-Division


Unterstellungen:

14.09.1914 – 23.09.1914  
28. Infanterie-Brigade, XV. AK

04.10.1918 – 09.10.1918  
17. Infanterie-Division

25.01.1915 – 30.10.1915  
Infanterie-Regiment Kraewel

 
Literatur:
 
Offiziersgemeinschaft des IR 159, Das 8. Lothringische Infanterie Regiment Nr
159 im Frieden und Weltkrieg, Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935
Infanterie-Regiment 161

(10. Rheinisches )

 
Stiftungstag:                      
31.03.1897

Errichtet:                            
31.03.1897

Auflösungstag:                 
Ende Dezember 1918 in Meppen, Mitte 1919 in Nordhorn

Garnisonsstandorte:       
1897 Köln
1899  Trier
1912 I. und II. Bataillon Trier, III. Bataillon Köln
1914 I. Bataillon Trier, II. Bataillon Eschweiler, III. Bataillon Köln

 Feldzüge:                           
1900 China (Teile)
1904/1906 Süd-West-Afrika (Teile)     
1914-1918 I. Weltkrieg

 Armeekorps:                     
VIII. Armeekorps                             
15. Division, 29. Infanteriebrigade zusammen mit IR 25

 Uniform:
Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Feldgrauer Waffenrock, Vorstöße vorn herunter und an den Taschenleisten ponceaurot, Stehkragen, Ärmelaufschläge, Ärmelpatten ebenfalls ponceaurot, Schulterklappen mit roten Abzeichen und hellblauen Vorstößen, blanke Knöpfe.


Regimentsgeschichte:
Das 10. Rheinische Infanterie – Regiment Nr. 161 wurde zusammen mit weiteren Regimentern im Frühjahr 1897 gegründet. Die Gründung erfolgte aufgrund der Einführung der zweijährigen Dienstzeit und der damit verbunden erforderlichen Neustrukturierung des Heeres. Jeweils zwei der ursprünglich aufgestellten IV. Bataillone eines jeden Infanterie – Regimentes wurden durch Reichsgesetz vom 28.06.1896 aufgelöst und am 01.04.1897 zusammengelegt. Sie bildeten zusammen mit weiteren Verstärkungen anderer Regimenter ein neues Infanterie – Regiment. Eines dieser innerhalb des VIII. Armeekorps neu gegründeten Regimenter war das Infanterie – Regiment Nr. 161, welches aus den IV. Bataillonen des 3. Rheinischen Infanterie – Regimentes Nr. 29, 7. Rheinischen Infanterie – Regimentes Nr. 69, 4. Rheinisches Infanterie – Regiment Nr. 30 und dem 8. Rheinischen Infanterie – Regiment Nr. 70 entstand. Der Stiftungstag wurde auf den 31. März 1897 festgelegt. Als Standort des Regimentes wurde die Stadt Trier bestimmt. Bis zur Fertigstellung der Kaserne in Trier blieb das Regiment in der „Neumarktskaserne“ in Köln stationiert. Am 30.09.1899 wird das Regiment nach Trier verlegt.



Neumarkt – Kaserne in Köln


Im Juli 1900 kam es in China zum sogenannten „Boxeraufstand“, der zur Entsendung eines internationalen Expeditionskorps führte. Zahlreiche Soldaten des Infanterie – Regimentes Nr. 161 meldeten sich, ebenso wie für das zur Zerschlagung des Hottentotten und Herero - Aufstandes 1904/1907 aufgestellte Expeditionskorps Süd-West-Afrika, hierfür freiwillig. Am 27.01.1902 wurde das Regiment in 10. Rheinisches Infanterie – Regiment Nr. 161 umbenannt. Zwischen 1912 und 1914 erfolgte eine erneute Verlegung des Regimentes in den Raum Köln. Am 01.10.1912 wurde das neu aufgestellten III. Bataillon in der „Weidenbach-Kaserne“ in Köln stationiert, bis dessen neue Unterkunft in der Garnison Jülich fertig war. Das I. und II. Bataillon sollten ebenfalls nach Fertigstellung neuer Kasernen in Düren und Eschweiler untergebracht werden. Noch vor Ausbruch des I. Weltkrieges erfolgte dann am 01.07.1914 die Verlegung des II. Bataillons nach Eschweiler, der Umzug des I. Bataillons nach Düren war für den 01.08.1914 geplant. Der Umzug wurde jedoch nach Eintreffen des Mobilmachungsbefehls am 01.08.1914 rückgängig gemacht und nach erfolgter Mobilmachung wurde das I. Bataillon das Aufmarschgebiet der 16. Infanterie – Division nach Luxemburg verlegt, um sich dort mit dem I. und II. Bataillon zu vereinigen. Die Hauptmacht des deutschen Heeres war im Westen aufmarschiert und umfasste die:

  1. A r m e e, Generaloberst von Kluck, im Aufmarschgebiet um Jülich.
  2. A r m e e, Generaloberst von Bülow, im Aufmarschgebiet Aachen – Eupen.
  3. A r m e e, Generaloberst von Hausen, im Aufmarschgebiet Prüm – Neuerburg.
  4. A r m e e, Generaloberst Herzog Albrecht von Württemberg, Bereitstellung Raum Luxemburg – Trier
  5. A r m e e, Generaloberst Kronprinz Wilhelm, Bereitstellungsraum Diedenhofen-Metz.
  6. A r m e e, Generaloberst Kronprinz Rupprecht von Bayern, Bereitstellungs-Raum um Saarburg in Lothringen 
  7.  A r m e e, Generaloberst von Heeringen, Bereitstellungsraum Straßburg i.E.  und Colmar.
Das Regiment gehörte bei Kriegsbeginn dem VIII. Armeekorps (4. Armee) an und nahm kämpfte an folgenden Frontabschnitten:

02.08.1914 – 18.08.1914  
Aufmarsch in Luxemburg im Verband des VIII. Armeekorps zwischen Echternach und Luxemburg.

18.08.1914 – 22.08.1914  
Verlegung des I. Bataillons nach Bastogne, II. und III. Bataillon rücken vor über Böwen, Harlingen, Villers la Bonneau, Morhet, Moircy, Vesqueville, Smuid, Sohier nach Honnaye, dort erste Gefechte.

23.08.1914 – 26.08.1914  
Vormarsch über Poncheresse, Bièvre, Monceau zur Maas, Schlacht von Sedan

27.08.1914 – 11.09.1914  
Weiterer Vormarsch zum Ardennenkanal und Gefecht bei Montgon, über die Aisne zur
Marne, Scharmützel von Bussy le Château. Marneschlacht bei Vitry.

12.09.1914 – 16.11.1914  
Rückzug von der Marne in die Champagne, Stellungskämpfe bei Souain, Somme Py.

17.11.1914 – 07.12.1914  
Stellungskämpfe in Flandern, Koekuit, Langemarck.

08.12.1914 – 16.04.1915  
Kämpfe in den Vogesen, Steinbach-Uffholz-Höhe 425, Steinbach, Wattweiler. Kämpfe am
Hirzstein und Hartmannsweilerkopf, Sudelkopf, Zimmermanns-Kreuz.

17.04.1915 – 09.05.1915  
Ruhezeit in Avril und Mance.


Sergeant Städler mit der Fahne des III. Bataillons des IR 161
(schwer verwundet am 27.08.1914 bei Sedan – Noyers)

 

09.05.1915 – 23.06.1915  
Kämpfe bei Arras in der Lorette-Schlacht, Neiville, Douai, Dorignies, Rouvroy, Tsingtau-
Graben.

23.06.1915 – 06.07.1915  
Ausbildung in den Ruhequartieren.

07.07.1915 – 22.09.1915  
Kämpfe im Soupir – Abschnitt, Hirlain, Laon.

22.09.1915 – 23.10.1915  
Kämpfe im Pommiers – Abschnitt, Herbstschlacht in der Champagne

23.10.1915 – 05.08.1916  
Kämpfe im Crouy – Abschnitt, Soissons, Verrerie.

05.08.1916 – 07.08.1916  
Ausbildung

08.08.1916 – 20.09.1916  
Kämpfe an der Somme, Somme Py, Tahure, Morval, Gallwitzriegel, Combles.

20.09.1916 – 23.09.1916  
Kurze Ruhephase

24.09.1916 – 02.11.1916  
Erneuter Einsatz in Abschnitt Crouy.

02.11.1916 – 07.12.1916  
Kämpfe an der Somme, Rocquigny, Rancourt, Sailliesel, Peter Wast Wald.

08.12.1916 – 20.12.1916  
Ruhezeit.

20.12.1916 – 25.01.1917  
Küstenwachdienst im Bereich Ostende, Knocke, Middelkerke.

26.01.1917 – 19.02.1917  
Stellungskrieg in Flandern, Rosselaere, Rumbeke.

19.02.1917 – 26.03.1917  
Ruhephase in Brügge

27.03.1917 – 01.05.1917  
Stellungskämpfe bei Arras, Roulers, Roeux. 
 

Die Einsatzgebiete ab Mai 1917 konnten nicht mehr eindeutig festgestellt werden. Im Oktober 1918 erlitt das Regiment schwere Verluste bei Solesmes und wurde fast vollständig aufgerieben. Die Reste wurden als halbe Kompanie dem Infanterie-Regiment 185 angegliedert. Nach der Rückkehr nach Deutschland erfolgte die Auflösung / Demobilisierung in Meppen und Nordhorn. Im Januar 1919 wurde eine Sicherheitskompanie in Köln aufgestellt, die im Juni 1919 der überplanmäßigen Reichswehr-Abteilung Rheinland angegliedert wurde.


 
Unterstellung / Zuteilungen des Regimentes und einzelner Bataillone während des Krieges:


Unterstellungen:

02.08.1914 – 13.11.1914  
29. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

13.11.1914 – 10.04.1915  
29. Infanterie-Brigade,  Division Fuchs

11.04.1915 – 29.06.1916  
29. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

30.06.1916 – 04.08.1916  
29. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

04.08.1916 – 12.12.1918  
29. Infanterie-Brigade, 185. Infanterie-Division


Zuteilungen:

13.12.1914 – 14.12.1914  
unbekannte Zuteilung

14.02.1915 – 09.03.1915  
42. Kavallerie-Brigade, Division Fuchs

21.04.1917 – 29.04.1917  
36. Infanterie-Brigade, 18. Infanterie-Division

18.09.1918 – 21.09.1918  
5. bayer. Infanterie-Division

02.08.1914 – 07.08.1914  
I. Btl. zur 16. Infanterie-Division

20.12.1916 – 11.01.1917  
I. Btl. zur 1. Marine-Division

06.10.1915 – 27.10.1915  
II. Btl. zur 48. Reserve-Infanterie-Brigade, 24. Res.-Div.

21.12.1916 – 10.01.1917  
II. Btl. zur 2. Marine-Division

21.12.1916 – 12.01.1917  
III. Btl. zur 1. Marine-Division

 
Literatur:

Hans Kohl, Das 10. Rheinische Infanterie – Regiment Nr. 161, Verlag Bernhard Sporn,
Zeulenroda / Thüringen 1931

Otto Wien / Anton Holzem, Geschichte der Stadt, Festung und Garnison Köln
Verlag Bernard & Graefe, Köln 1959

Klaus Schlegel, Köln und seine preußischen Soldaten, Verlag J.P. Bachem Köln 1979
Infanterie-Regiment 160

(9. Rheinisches )

Stiftungstag:                      
31.03.1897

Errichtet:                            
31.03.1897

Auflösungstag:                       
18.12.1918 Lingen / Ems

Garnisonsstandorte:           
1897 I. Bataillon Diez, II. Bataillon Bonn
1912 I. Bataillon Diez, II. Bataillon Bonn, III. Bataillon Friedrichsfeld

Feldzüge:                           
1900 China (Teile)
1904/1906 Süd-West-Afrika (Teile) 
1914-1918 I. Weltkrieg

Armeekorps:                     
VIII. Armeekorps                         
15. Division, 80. Infanteriebrigade zusammen mit IR 65

Uniform:
Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Feldgrauer Waffenrock, Vorstöße vorn herunter und an den Taschenleisten ponceaurot, Stehkragen, Ärmelaufschläge, Ärmelpatten ebenfalls ponceaurot, Schulterklappen mit roten Abzeichen und hellblauen Vorstößen, blanke Knöpfe.

Regimentsgeschichte:
Die Geschichte des 9. Rheinischen Infanterie – Regimentes Nr. 160 erfolgte wie die des gleichzeitig aufgestellten IR 161 am 01. April 1897. Aus den Halbbataillonen (IV. Bataillonen) der Infanterie – Regimenter Nr. 40 und 65 wurde das I. Bataillon und aus denen der Infanterie – Regimenter Nr. 28 und 68 das II. Bataillon aufgestellt. Als Garnisonsstandorte wurden Diez (I. Bataillon) und Bonn (Stab und II. Bataillon) bestimmt. Das III. Bataillon wurde am 01. Oktober 1912 aus je einer Kompanie der Infanterie – Regimenter Nr. 16, 39, 56 und 57 auf dem Truppenübungsplatz Friedrichsfelde bei Wesel zusammengestellt. Es sollte am 01. Oktober 1914 nach Euskirchen verlegt werden. Am 01. Oktober 1913 wurde dem Infanterie – Regiment eine Maschinengewehr – Kompanie zugeteilt. Das Regiment befand sich zum Zeitpunkt des Attentats von Sarajewo auf dem Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn. Nach Ausruf der Mobilmachung am 02. August 1914 erfolgte die Herstellung der Kriegsbereitschaft, die am 07. August 1914 abgeschlossen war. Am 08. August erfolgte die Verlegung in den Bereitschaftsraum nach Luxemburg, von wo das Regiment zunächst nach Ettelbrück in Marsch gesetzt wurde. Erst am Montag, den 17. August 1914, erfolgte der befehl zum weiteren Vormarsch.

18.08.1914 – 24.08.1914
Vormarsch Richtung St. Hubert, Schlacht von Neufchateau mit den Gefechten bei Porcheresse und Bièvre.

24.08.1914 – 01.09.1914
Weiterer Vormarsch zur Maas (29.08.1914), Gefecht bei Montgon.

01.09.1914 – 15.09.1914
Vormarsch zur Marne, Luxemont, Vitry le Francois, Marneschlacht und Rückzug.

15.09.1914 – 15.10.1914
Kämpfe bei Souain und Perthes.

15.10.1914 – April 1915
Verlegung nach St. Marie a Py, Winterschlacht in der Champagne

April 1915 – 20.05.1915
Kämpfe im Ailly-Wald bei St. Mihiel.

20.05.1915 – 25.06.1915
Kämpfe bei Arras, Neuville St. Vaast.

25.06.1915 – 01.07.1916
Kämpfe an der Aisne, Bailly, Coucy le Chateau, Pommiers, Bocy le Long.

01.07.1916 – 22.07.1916
Schlacht an der Somme, Biaches, Péronne.

22.07.1916 – 27.09.1916
Kämpfe an der Aisne, Morsain, Chevillecourt.

27.09.1916 – 27.10.1916
Somme Schlacht, Sailly-Saillisel.

27.10.1916 – 23.04.1917
Verlegung an die Ostfront, Kämpfe am oberen Styr und Stochod, Jachimowka, Zaturcze

23.04.1917 – 19.05.1917
Verlegung an die Westfront und Kämpfe an der Maas, Hatonville.

19.05.1917 – 09.07.1917 
Kämpfe am Winterberg und Chemin des Dames, Bouconville.

10.07.1917 – 04.09.1917
Stellungskämpfe in Lothringen, Domèvre.

05.09.1917 – 25.09.1917
Ruhezeit in Lothringen.

25.09.1917 – 05.10.1917
Kämpfe bei Stenay

06.10.1917 – 18.11.1917
Schlacht in Flandern, Wewelgem, Polderhoek.

19.11.1917 – 07.12.1917
Grenzschutz an der belgisch – niederländischen Grenze.

08.12.1917 – 22.03.1918
Stellungskämpfe in Flandern, Paschendaele.

23.03.1918 – 31.03.1918
Kämpfe im Artois, Lorettohöhe.

31.03.1918 – 09.06.1918
Kämpfe an der Avre, Morisel.

10.06.1918 – 01.07.1918
Stellungen bei Laboissiére.

01.07.1918 – 01.09.1918
Kämpfe zwischen Aisne und Oise, Nampeel, Belloy, Noyon.

02.09.1918 – 11.11.1918
Kämpfe vor Verdun, Rückmarsch in die Heimat.

In die Heimat zurückgekehrt wurde das Regiment nach Lingen an der Ems verlegt, wo es am 18.12.1918 eintraf. Die Auflösung des Regimentes zog sich bis Mitte des Jahres 1919 hin. Die Tradition des Regimentes wurde nachfolgend von der 12. Kompanie des Infanterie – Regimentes Nr. 16 in Oldenburg übernommen.

Still gleitet eine Kugel mit,
Die eine, die dir selber gilt,
Die dir auf Herz und Leben zielt!
Ihr Flughauch löscht das liebe Licht,
Die eine Kugel hörst du nicht…………..….
 
(Aus dem Gedicht „Patroullie“ von Leutnant Otto Flex, IR 160, gefallen auf der Insel Ösel 1917)


Unter den vielen Verlusten des Regiments befand sich der expressionistische Maler August Macke. Er diente als Einjährig-Freiwilliger vom 1. Oktober 1908 bis Ende September 1909. Am 8. August 1914 wurde er eingezogen, führte zunächst den 3. Zug der 5. Kompanie des II. Bataillons und später die Kompanie und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Er fiel er am 26. September 1914 im Alter von 27 Jahren bei Perthes-lès-Hurlus und wurde beerdigt auf dem Friedhof von Souain.

 Unterstellung / Zuteilungen des Regimentes und einzelner Bataillone während des Krieges:

Unterstellungen:

02.08.1914 – 25.04.1915           
80. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

25.04.1915 – 17.05.1915           
80. Infanterie-Brigade, 6. bayer. Infanterie-Division

18.05.1915 – 14.06.1915           
80. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

15.06.1915 – 17.06.1915           
80. Infanterie-Brigade, 16. Infanterie-Division

17.06.1915 – 28.06.1915           
29. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

28.06.1915 – 03.07.1915           
unbekannte Unterteilung

04.07.1915 – 25.01.1916           
80. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

26.01.1916 – 07.06.1916           
80. Infanterie-Brigade, 47. Landwehr-Brigade

07.06.1916 – 28.06.1916           
80. Infanterie-Brigade, 47. Landwehr-Division

04.07.1916 – 22.07.1916           
80. Infanterie-Brigade, Division Liebert

25.07.1916 – 16.08.1916           
Brigade Buddenbrock, Division Dumrath

17.08.1916 – 02.09.1916           
80. Infanterie-Brigade, Division Dumrath

02.09.1916 – 20.09.1916           
29. Reserve-Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

21.09.1916 – Dez. 1918           
80. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division


Zuteilungen:

03.10.1915 – 22.10.1915           
22. Reserve-Division

09.10.1917 – 13.10.1917           
20. bayer. Infanterie-Brigade, 10. bayer. Inf. Division

24.12.1914 – 24.12.1914           
I. Btl. zur 16. Infanterie-Division

06.10.1916 – 18.10.1916           
unbekannte Zuteilung

22.09.1914 – 16.10.1914           
II. Btl. zur 31. Infanterie-Brigade, 16. Infanterie-Division

17.02.1915 – 05.03.1915           
III. Btl. zur 16. Infanterie-Division


Literatur:
Offiziersvereinigung des IR 160. Die Geschichte des 9. Rheinischen
Infanterie-Regimentes Nr. 160 im Weltkriege 1914 – 1918, Verlag Bernhard
Sporn, Zeulenroda 1931