Mittwoch, 22. Mai 2013


Infanterie-Regiment 16

(3. Westfälisches, Freiherr von Sparr)

Stiftungstag:                      
01. 07.1813

Errichtet:                             
 01.07.1813 in Berlin aus III. Musketier-Bataillon und dem I. und II. Reserve-Bataillonen des 3. preußischen Infanterie-Regiment Nr. 4

Auflösungstag:                 
ab 12. Dezember 1918 in Coesfeld und Paderborn

Garnisonsstandorte:           
1813 - 1814 Feldzug in Frankreich
1814 - 1815 Dresden
1815 - 1817 Stab, I. Bataillon Merseburg, II. Btl. Lübben, Füsilier-Bataillon Görlitz
1817 - 1818 Stab, I. und II. Btl. Luxemburg, Füsilier-Bataillon Saarlouis
1818 - 1820 Stab, I.Btl. Trier, II. Btl. Saarlouis, Füsilier-Bataillon Mainz
1820 - 1830 Stab, I.Btl. Düsseldorf, II. Btl. Jülich, Köln,Düsseldorf, Füs.Btl. Köln, Düsseldorf
1830 - 1836 Stab, I. Btl. Düsseldorf, II.Btl. Wesel, Düsseldorf, Füs.Btl. Soest, Wesel
1836 - 1837 Stab, I.Btl. Düsseldorf, II.Btl. und Füs.Btl. Wesel
1838 - 1849 Stab, I.Btl. Düsseldorf, II.Btl. und Füs.Btl. Köln
1850  Stab, I.Btl. Bielefeld, II. und Füs.Btl.Minden
1851  Stab, I. und Füs.Btl. Minden, II.Btl. Bielefeld
1852 - 1855 Stab I. und II. Btl. Minden, Füs. Btl. Bielefeld
1856     Stab, I. und II. Btl. Köln, Füs. Btl. Düsseldorf
1857 - 1859 Stab I. und II. Btl. Köln, Füs. Btl. Düsseldorf
1860 - 1864 Stab, I. und Füs. Btl. Düsseldorf, II.Btl.Hamm
1865     Stab, I. und Füs. Btl. Düsseldorf, II.Btl. Soest
1866 - 1869 Stab, II. und Füs.Btl. Hannover, I.Btl. Osnabrück
1870 - 1914 gesamtes Regiment Köln-Mülheim


Feldzüge:                           
1813 - 1815 Krieg gegen Frankreich, Ligny, Belle-Alliance (Waterloo)
1849 Kämpfe in Baden (Kuppenheim)
1866 Krieg gegen Österreich, (Langensalza, Uettingen)
1914-1918 I. Weltkrieg
1918-1920 Kämpfe als Freikorps in Berlin, Braunschweig und Berlin gegen Kommunisten

Armeekorps:                     
VII. Armeekorps                         
14. Divison, 27. Infanteriebrigade zusammen mit Infanterie-Regiment 53

Uniform:

Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Feldgrauer Waffenrock, Vorstöße vorn herunter und an den Taschenleisten ponceaurot, Stehkragen, Ärmelaufschläge, Ärmelpatten ebenfalls ponceaurot, Schulterklappen mit roten Abzeichen und zitronengelben Vorstößen, blanke Knöpfe.

 
(Foto: Hans Feldt, Geschichte des IR 16, 1905)
 

Regimentsgeschichte:
Im Juli des Jahres 1813 wurde aus dem III. Musketier – Bataillon sowie dem I. und II. Reserve – Bataillonen des 3. ostpreußischen Infanterie – Regiments das 4. Reserve – Infanterie – Regiment gebildet. Das Regiment wurde nach kurzer Ausbildungszeit der Brigade des Prinzen von Homburg zugeteilt. Am 23.08.1813 hatte das Regiment in der Schlacht von Großbeeren gegen die Armee des französischen Marschalls Oudinet seine erste Bewährungsprobe zu bestehen. Bereits am 06.09.1813 folgten die Schlacht von Dennewitz, das Gefecht bei Wartenburg am 24.09.1813 und die Schlacht von Leipzig am 18.10.1813. Nach den erfolgreichen Kämpfen im Osten wurde die französische Armee weiter nach Westen zurückgedrängt. Am 30.11.1813 nahm das Regiment an der Erstürmung von Arnheim und am 14.12.1813 am Gefecht von Gorkum teil. Vom Ende des Jahres 1813 bis Anfang 1814 verblieb das Regiment in den Niederlanden. Ab Februar 1814 erfolgte die Verlegung nach Belgien und weiter nach Nordfrankreich, wo es vom 08.-10. März 1814 an der Schlacht von Laon teilnahm. Später folgten die Gefechte von Soissons am 23. März 1814 und Soissmons am 26. März 1813. Im Anschluss an den Frankreichfeldzug wurde das Regiment zunächst nach Magdeburg verlegt und von dort nach Dresden, wo es als Besatzungstruppe bis Juni 1815 stationiert blieb. Am 25. März 1815 wurde das Regiment in „Infanterie – Regiment Nr. 16“ umbenannt. Die Wiederkehr Napoleons aus seiner Verbannung veranlasste ein erneutes militärisches Eingreifen der verbündeten Mächte. Das Regiment erhielt am 13. Juni 1815 den Verlegungsbefehl an den Rhein, wo es der 11. Brigade des 3. Armeekorps zugeteilt wurde. Dort traf es am 20. Juni 1815 bei Koblenz ein, von wo der Marsch über Köln, Bergheim, Aldenhoven, Aachen, Herves nach Lüttich führte, wo das Regiment am 28. Juni 1813 eintraf. Am 30. Juni 1813 erfolgte der Weitermarsch bis nach Paris. An der Schlacht von Belle Alliance (Waterloo) nahm das Regiment nicht teil. Das Regiment verblieb in der Folge als Besatzungstruppe einige Zeit in Frankreich, bevor es im November 1817 abgezogen wurde. Als Friedensgarnison wurde zunächst Luxemburg bestimmt. In den folgenden Jahren erfolgten häufige Garnisonswechsel, bevor das Regiment ab 1902 mit allen Bataillonen in Köln-Mülheim stationiert wurde. In den Friedensjahren bis 1866 wurde das Regiment gegen Aufständische in Elberfeld (09.05.1849) und Düsseldorf (09./10.05.1849) eingesetzt. Der nächste militärische Einsatz erfolgte im deutsch – österreichischen Krieg von 1886, wo das Regiment an der Schlacht von Königgrätz (03.Juli 1866) teilnahm. Nur wenige Jahre später folgte der deutsch – französische Krieg von 1870 / 1871, wo das Regiment an den Kämpfen bei Vionville – Mars – La Tour (16.08.1870) und Grandes Tapes (07.10.1870) teil nahm. Es folgten die Kämpfe bei Chablis (17.11.1870), Maizières (30.11.1870), Beaugency-Cravant (10.12.1870), Château-Serqueu (11.12.1870), Mer 12.12.1870), Vendome (15.12.1870) und Monnaie (20.12.1870). Das Jahr 1871 brachte die Gefechte bei Château-Renault (05.01.1871), St.Amand (07.01.1871), Villeporcher (08.01.1871), Vienne (28.1.1871) und am 23. Mai 1871 die Rückkehr in die heimatliche Garnison nach Köln (Kaserne am Neumarkt). Das Infanterie – Regiment wurde 1860 in „3. Westfälisches Infanterie – Regiment Nr. 16“ und 1889 in „Infanterie – Regiment Freiherr von Sparr, 3. Westfälisches Nr. 16“ umbenannt. Das Regiment wurde volkstümlich auch als „die Hacketäuer“ bezeichnet. Der Name ist auf eine Zusammenstellung verschiedener Melodien zurückzuführen, die sich bei den westfälischen Regimentern großer Beliebtheit erfreuten. Auf Veranlassung des Generals von Albedyll, dem kommandierenden General des VII. Armeekorps, wurde Anfange der 90er Jahre (1890) das so genannte Hacketäuer Lied durch Musikdirigent Beez zu einem Militärmarsch komponiert. Dieser Militärmarsch wurde der Parademarsch des Infanterie – Regimentes Nr. 16. Die Friedensjahre zwischen 1871 und 1914 waren mit militärischen Übungen und personellen Veränderungen angefüllt, bevor im August 1914 die Mobilmachung für den I. Weltkrieg ausgerufen wurde.

Speisesaal der Kaserne des IR 16 in Köln-Mülheim
(Foto: Hans Feldt, Geschichte des IR 16, 1905)

Nach der Mobilmachung des Regimentes im August 1914 erfolgte die Verlegung in dessen Aufmarschgebiet im Raum Aachen. Das Regiment bildete dort zusammen mit dem Infanterie-Regiment 53 die 27. Infanterie-Brigade und überschritt am 03.08.1914 die Grenze nach Belgien, um über Herbesthal Richtung Lüttich vorzustoßen. Das Regiment war während des Krieges ausschließlich an der Westfront an folgenden Abschnitten eingesetzt:
 03.08.1914 – 16.08.1914           
Vormarsch über Herbesthal nach Lüttich, Kämpfe bei den Forts Barchon und d`Evegnée.
17.08.1914 – 21.08.1914           
Weiterer Vormarsch zur Sambre, Houtain le Val
22.08.1914 – 24.08.1914
Vormarsch zur Marne über Catillon, La Vallee-Mulatre, Bohain, Fresnoy, Schlacht von St.Quentin (30.08.) Maclannay.
06.08.1914 – 11.09.1914
Kämpfe bei Montmirail, Joches, Rückzug hinter die Vesle
12.09.1914 – 07.10.1914
Armeerserve
13.09.1914 – 20.09.1914
Kämpfe um die Höhe 100 westlich Orainville und am „Totenkopfwäldchen“, Straße Aquilcourt-la Neuville
21.09.1914 –07.10.1914
Stellungskrieg bei Berry au Bac
08.10.1914 – 28.10.1914
Verlegung in die Champagne Raum Notre Dame de Loretto – Bois de Bouvigny
15.10.1914 – 28.10.1914
Kämpfe bei Herlies – Reuve Chapelle
29.10.1914 – 19.03.1915
Kämpfe am Kanal von La Bassée
20.03.1915 – 28.03.1915
Kämpfe südlich des Kanals von La Bassée
21.09.1915 – 27.03.1916
Herbstschlacht bei la Bassée
28.03.1916 – 09.06.1916
Ruhezeit in Belgien bei St. Maux, Wez-Velvain, Chercq
25.06.1916 – 06.08.1916
Kämpfe im Abschnitt Cumieres bei Verdun
07.08.1916 – 25.08.1916
Einsatz im Abschnitt Zwischenwerk Thiaumont und Kalter Erde bei Verdun
03.09.1916 – 21.10.1916
Abschnitt „Toter Mann“ bei Verdun
26.10.1916 – 18.12.1916
Abschnitt Fort Douaumont bei Verdun
19.12.1916 – 05.02.1917
Ruhezeit in Montmédy
06.02.1917 – 22.04.1917
Abschnitt Caurettes Höhe bei Verdun
27.04.1917 – 14.05.1917
Kämpfe in der Champagne-Aisne
04.06.1917 – 31.07.1917
Kämpfe am Chemin des Dames, Hurtebise (26.07.1917)
01.08.1917 – 18.09.1917
Ruhezeit in Marle und Sedan
17.09.1917 – 25.10.1917
Schlacht an der „Lassaux-Ecke“ bei Allemant
04.11.1917 – 12.01.1918
Stellungskrieg bei Flirey
15.01.1918 – 25.03.1918
Ruhezeit bei Mars la Tour
26.03.1918 – 13.04.1918
Kämpfe bei Fresnoy le Grand nördlich bei St.Quentin, Mailly-Moreuil, sog. « Kaiserschlacht »
18.04.1918 – 25.05.1918
Ruhezeit bei Serain und Beaurevoir
25.05.1918 – 10.06.1918
Abschnitt Coucy le Chateau, Armeegruppe Francois
11.06.1918 – 22.08.1918
Kämpfe südwestlich und nordwestlich von Soissons bei Cutry
29.08.1918 – 13.10.1918
Abwehrschlacht in der Champagne
15.10.1918 – 11.11.1918
Endkampf = Chandion 15.10., Remaucourt-Logny 17.10., Monceau le Neuf 21.10., Chevresis les Dames 23.10., Les Grand Paturos 25.10., Jolimetz 26.-28.10., Schlacht von La Cateau 04.11.1918 (das I. Bataillon wurde hierbei aufgerieben).
Nach der Rückkehr des Regimentes nach Deutschland erfolgte die Demobilisierung ab dem 12.12.1918 in Coesfeld / Paderborn. Im März 1919 wurden Teile des Regimentes in das am 18.03.1919 bei Recklinghausen aufgestellte Freikorps „Hacketau“ übernommen und bildete später das I. Bataillon des Reichswehr-Infanterie-Regimentes 14. Der Stab wurde dem Freiwilligen Regiment Abercron angegliedert.
 
Kaserne des Infanterie-Regiments Nr. 16 in Köln-Mülheim
(Foto: Hans Feldt, Geschichte des IR 16, 1905)
Unterstellung / Zuteilungen des Regimentes und einzelner Bataillone während des Krieges:

Unterstellungen:
02.08.1914 – 04.08.1914           
27. Infanteriebrigade, 14. Infanterie-Division
04.08.1914 – 15.08.1914           
 27. Infanteriebrigade, Korps Emmerich
15.08.1914 – 05.03.1915           
27. Infanteriebrigade, 14. Infanterie-Division
06.03.1915 – 30.07.1916           
79. Infanteriebrigade, 14. Infanterie-Division
31.07.1916 – 04.08.1916           
14. Infanterie-Division
05.08.1916 – Dez. 1918           
 79. Infanteriebrigade, 14. Infanterie-Division
 Zuteilungen:
15.03.1915 – 25.05.1915           
unbekannte Zuteilung
04.05.1917 – 14.05.1917           
1. Garde-Infanterie-Division
08.01.1917 – 19.01.1917           
I. Bataillon zum V. Reserve-Korps
19.01.1917 – 29.01.1917           
III. Bataillon zum V. Reserve-Korps
27.04.1917 – 04.05.1917           
III. Bataillon zur 28. Reserve-Division
23.10.1918 – 29.10.1918           
III. Bataillon zur 237. Infanterie-Division
Literatur:
E. von Fransecky, Geschichte des Infanterie-Regiments 16,
Münster 1834

Schultze, Geschichte des Infanterie-Regiments 16, 1880
 Hans Feldt, Geschichte des Infanterie-Regiments Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16, Verlag Meisenbach Riffarth & Co., Berlin 1905
Hans Feldt, Offizierstammlisten und Ranglisten des Infanterie-Regiments 16, Freiherr von Sparr, Berlin 1905
M. Schmidts, Geschichte des Infanterie-Regimentes 16,
Oldenburg 1916
 Freiherr Rinck von Baldenstein, Das Infanterie-Regiment 16 im Weltkriege, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1927

Otto Wien / Anton Holzem, Geschichte der Stadt, Festung und Garnison Köln
Verlag Bernard & Graefe, Köln 1959

Klaus Schlegel, Köln und seine preußischen Soldaten,
Verlag J.P. Bachem Köln 1979

Freitag, 3. Mai 2013


Infanterie-Regiment 28

(2. Rheinisches, von Goeben )
Stiftungstag:                      
05.12.1813  

Errichtet:                             
 31.03.1815 in Düsseldorf

Auflösungstag:                 
12.12.1918 in Quakenbrück

Garnisonsstandorte:           
1815-1818         Sedan, Thionville und Umkreis
1818-1820         Köln
1820-1823         Stab, I. / II. Bataillon Koblenz und Festung Ehrenbreitstein
1823-1826         Köln
1826-1827         Stab, I. / II. Bataillon Köln und Festung Jülich
1827-1828         Aachen   
1828-1829         Köln
1829-1832         Stab, I. Bataillon Festung Köln, II. Bataillon Jülich
1832-1839         Köln
1839-1849         Stab, I. / II. Bataillon Köln, Festung Ehrenbreitstein
1849-1851         Stab, I. Bataillon Köln, II. Bataillon Festung Ehrenbreitstein
1851-1860         Stab, I. Bataillon Aachen, II. Bataillon Jülich und Festung Ehrenbreitstein
1860-1867         Stab, I. Bataillon Festung Aachen, II. Bataillon Festung Ehrenbreitstein

 Feldzüge:                           
1813- 1815        Krieg gegen Frankreich, Ligny, Belle-Alliance (Waterloo)
1849                  Kämpfe in Baden (Kuppenheim, Waghäusel)
1866                  Krieg gegen Österreich (Münchengrätz, Königgrätz)
1914-1918         I. Weltkrieg

Armeekorps:                     
VIII. Armeekorps                         
16. Divison, 30. Infanteriebrigade zusammen mit Infanterie-Regiment 68


Uniform:
Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Feldgrauer Waffenrock, Vorstöße vorn herunter und an den Taschenleisten ponceaurot, Stehkragen, Ärmelaufschläge, Ärmelpatten ebenfalls ponceaurot, Schulterklappen mit roten Abzeichen und hellblauen Vorstößen, blanke Knöpfe.



Uniformen des IR 28

 
Regimentsgeschichte:
Ursprünge des Infanterie – Regimentes Nr. 28 reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Unter wechselnden Bezeichnungen nahm das 1672 gegründete „Regiment zu Fuß Lübeck“ an den Kämpfen gegen Frankreich (1696/97), dem spanischen Erbfolgekrieg (1701-1744) und gegen Österreich (1741) teil. Später erhielt das Regiment die Bezeichnung „4. Füsilier-Regiment“ und war in Düsseldorf stationiert. Ab dem Jahre 1801 erhielt das Regiment den Namen „Freiherr von Kinkel“. Am 31. März 1804 wurde die kurpfälzische Armee mit der kurbayerischen Armee vereinigt und das Regiment als „11. Infanterie-Regiment Kinkel“ bezeichnet.  Das Regiment wurde später in das 1. Großherzogliche Infanterie-Regiment umgewandelt. Nach der Schlacht von Austerlitz wurde im Frieden von Pressburg (15.03.1806) das Großherzogtum Berg neu geschaffen und dem Rheinbund angeschlossen. Das Großherzogtum hatte vertragsgemäß 5.000 Soldaten aufzustellen. Grundlage hierfür bildete das in Düsseldorf stationierte 11. Infanterie – Regiment von Kinkel, das durch Ersatzmannschaften aus dem klevisch-bergischen und nassau-dillenburgischen Gebiet verstärkt wurde. Im Jahre 1807 nahm das Regiment an den Belagerungen von Danzig, Graudenz und Stralsund teil. Im Jahre 1808 marschierte das Regiment nach Paris und weiter nach Spanien, wo es an der Eroberung der Stadt Gerona beteiligt war. Ende März 1808 befand sich das Regiment bei Villafranca. Die Kämpfe und Strapazen der Kampagne führten zu hohen Verlusten. Im Jahre 1811 befand sich das Regiment in Lerida. Erst am 11. November kehrten die Reste in die Garnisonen am Rhein zurück. Bereits im Juli 1812 wurde das Regiment nach Tauroggen verlegt und im August mit den badischen Truppen und einem Regiment holländischer Artillerie zur Division Dändels vereinigt, die zum 9. französischen Korps unter Victor Herzog von Belluno gehörte welches sich am linken Flügel der französischen Hauptarmee befand und an der Düna kämpfte. Am 28. September 1812 steht das Regiment bei Smolensk. Der Rückzug der französischen „Grand Armee“ brachte für das Regiment heftige Rückzugsgefechte. Nach dem am 23.11.1812 erfolgten verlustreichen Gefecht von Batury wurde das Regiment am 28.11.1812 bei Kämpfen an der Beresina fast vollständig aufgerieben. Am 01. März 1813 kehrten die Reste des Regimentes, 64 Offiziere und 130 Soldaten, in ihre Garnision nach Düsseldorf zurück. Anschließend wurde das Regiment aufgefüllt und als Garnision nach Cherbourg verlegt. Im Zuge der weiteren Ereignisse wurde das Regiment entwaffnet und in die Gefangenschaft geführt, die mit der Rückkehr in die Heimat im Jahre 1814 endete. Die aus Frankreich heim gekehrten Mannschaften wurden teilweise von dem zwischenzeitlich neu gegründeten 1. Bergischen Regiment  übernommen. Mit Kabinets-Ordre vom 25. März 1815 wurde das 1. Bergische Regiment in die preußische Armee überführt und erhielt die Nummer 28 zugeteilt. Im Jahr 1815 nahm das Regiment am Feldzug gegen Napoleon und der nachfolgenden Besetzung Frankreichs teil. Ab 1816 war das Regiment in Diedenhofen stationiert und erhielt dort zum Ende des Jahres 1816 die Bezeichnung „Infanterie - Regiment Nr. 28, 2. Rheinisches von Goeben“. Die folgenden Jahre brachten keine kriegerischen Ereignisse. In den Jahren 1830-1832 wurde das Regiment zum Grenzschutz im Raum Aachen, Bitburg, Trier, Luxemburg, an der Saar sowie an der mittleren Mosel eingesetzt. Im Jahre 1849 wurde das Regiment gegen die Aufständischen in Baden eingesetzt. Kämpfe fanden im Raum Mannheim, Philippsburg, Kuppenheim, Durlach statt, bevor das Regiment 1850 wieder in seine Garnison zurückkehrte. Die Jahre 1851 bis 1865 waren für das Regiment erneut ruhige Jahre, bevor es 1866 im Krieg gegen Österreich zum Einsatz kam. Der erste Zusammenstoß mit feindlichen Kräften fand am 28.06.1866 bei Münchengrätz statt, bevor es an der Schlacht von Königgrätz teilnahm. Es folgte die Verfolgung der geschlagenen österreichischen Armee bis nach Österreich und zurück nach Prag. Ende 1866 befindet sich das Regiment wieder in seiner Garnison. Nach kurzer Friedenszeit steht 1870 erneut eine kriegerische Auseinandersetzung bevor. Das Regiment nahm an den Kämpfen bei Gravelotte / Metz, bei Amiens, an der Hallur und später bei St. Quentin teil, bevor es 1871 in seine Garnison zurückkehrte.
Die nächsten Jahre waren erneut Friedensjahre. Am 27. Januar 1889 wurde dem Regiment von Kaiser Wilhelm II. in Erinnerung an seinen ehemaligen Kommandeur der Zusatz „von Goeben“ verliehen. Im Jahre 1913 feierte das Regiment sein hundertjähriges Bestehen. Bereits kurz nach der Mobilmachung am 01.08.1914 verließ das Regiment seine Garnison in Ehrenbreitstein und wurde nach Luxemburg verlegt. Am 18. August 1914 begann zusammen mit weiteren Einheiten des VIII. Armeekorps, welches zur 4. Armee gehörte, der Vormarsch gegen Frankreich. Das Regiment war an folgenden Frontabschnitten eingesetzt:

02.08.14– 17.08.1914
Verlegung von Koblenz Lützel per Bahn nach Trier und Luxemburg. Aufstellung im Verband des VIII. Armeekorps welches der 4. Armee angehörte.

18.08.14 – 05.09.1914
Vormarsch über St. Hubert an die Maas, Kämpfe an der Maas bei Donchery und weiterer

Vormarsch zur Marne, Schlacht bei Neufchateau.

06.09.14 – 30.11.1914 Marneschlacht, Kämpfe bei Moutilleux Ferme, Courdemagnes, Rückzug von der Marne und Stellungskämpfe in der Champagne, Pertes les Hurlus, Souain und Beausejour

30.11.14 – 04.01.1915
Champagneschlacht, Kämpfe bei Souain, Perthes les Hurlus und Beausejour.

04.01.15 – 12.01.1915 R
Ruhephase

12.01.15 – 16.02.1915
Verlegung nach St. Etienne

16.02.15 –  01.04.1915           
Winterschlacht in der Champagne

01.04.15 – 12.05.1915
Ruhephase

13.05.15 – 19.06.1915 
Wechsel des VIII. AK zur 6. Armee und Kämpfe bei La Bassee und Arras

20.06.15 – 28.06.1915
Ruhephase

29.06.15 – 21.10.1915
Stellungskampf an der Aisne bei Soupir und Bucy

22.10.15 – 28.07.1916
Stellungskampf auf dem Nouvron Plateau bei Fontenoy
(I. Bataillon vom 25.09.15 – 16.10.1915 im Einsatz beim XII. Armeekorps, La Ville aux Bois)

22.10.15 – 28.07.1916

Kämpfe bei Nouvron und Plateau des Fontenoy

29.07.16 – 25.08.1916
Schlacht an der Somme (Chiepval)

26.08.16 – 02.10.1916
Ruhephase und Stellung

04.10.16 – 30.10.1916
Schlacht an der Somme (Sailly)
31.10.16 – 19.11.1916
Kämpfe an der Aisne, Ruhe hinter der Front und Verlegung nach Osten

23.11.16 – 19.05.1917
Stellungskämpfe am oberen Styr-Stochod / Wolhynien

20.06.16 – 12.10.1917
Verlegung an die Westfront und Kämpfe am Wyschaetebogen, Poelkapelle und Paschendaele, Grenzschutz an der belgisch-niederländischen Grenze (04.09.-30.09.17) Schlacht an der Somme.

12.10.17 – 21.11.1917
Ruhephase

21.11.17 – 02.04.1918
Kämpfe in Flandern, Ypern und Paschendaele

04.04.18 – 18.04.1918           
Schlacht bei Armentieres

19.04.18 – 04.08.1918           
Stellungskämpfe in Flandern

05.08.18 – 17.08.1918           
Kämpfe bei Ypern  - La Bassee

27.08.18 -  03.09.1918
Schlacht bei Monchy – Bapaume, Dury und Villers les Cagnicourt

04.09.18 – 07.09.1918
Kämpfe an der Siegfriedfront

07.09.18 – 11.11.1918 
Antwerpen - Maasstellung

11. November1918                  
Rückmarsch des Regimentes nach Deutschland

Nach der Rückkehr aus Frankreich wurde das Regiment in die neue Garnison nach Quackenbrück verlegt und Im Jahre 1919 erfolgte die Auflösung. Seine Tradition wurde von der 3. Kompanie der Reichswehr – Infanterieregiment 16 in Bremen übernommen.


Unterstellung / Zuteilungen des Regimentes und einzelner Bataillone während des Krieges:

Unterstellungen:

02.08.1914 – 10.01.1915           
30. Infanterie-Brigade, 16. Infanterie-Division

10.01.1915 – 05.02.1915           
30. Infanterie-Brigade, Divison Winkler

05.02.1915 – Dez.1918           
30. Infanterie-Brigade, 16. Infanterie-Division

Zuteilungen:

03.06.1915 – 12.06.1915           
15. Infanterie-Division

02.09.1916 – 20.09.1916           
29. Reserve-Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

21.09.1916 – 29.09.1916           
30. Infanterie-Brigade, Division H.

29.09.1916 – 03.10.1916           
29. Reserve-Infanterie-Brigade, Division H.

23.04.1918 – 26.04.1918           
I.Btl. zur 239. Infanterie-Division

26.09.1915 – 16.10.1915           
I.Btl. zur 23. Infanterie-Division

11.06.1915 – 14.06.1915
II.Btl. zur 15. Infanterie-Division

Literatur:

Oskar von Großcreutz, Geschichte des Infanterie - Regimentes 28,
Verlag von F.C. Eisen, Köln 1842

M. Jähns, Geschichte des Regimentes 28, Köln 1865

Wilhelm  Neff, Geschichte des Infanterie - Regimentes 28,
Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1890

P. Schlesinger, Abriß der Geschichte des Regimentes 28, Berlin 1903, 1911

Paul  Münstermann, Geschichte des Infanterie - Regimentes 28 im Weltkrieg, Köln 1932

Mittwoch, 3. April 2013

Infanterie-Regiment 25

(1. Rheinisches, von Lützow)

Stiftungstag:                      
18. Februar 1813 (Freikorps)

Errichtet:                            
25.03.1815 in Erfurt (Infanterieregiment)

Auflösungstag:
Ab 20.12.1918 in Aurich, 1919 Emden, Cloppenburg

Garnisonsstandorte:       
1815-1817 Erfurt
1817-1819 Stab I. Bataillion Festung Köln, II. Bataillon Mainz
1820-1823   Köln
1823-1833 Stab I./ II. Btl. Festung Ehrenbreitstein Koblenz
1833-1836 Stab I./II. Btl. Köln und Deutz
1836-1839 Stab II. Btl. Köln, I. Btl. Festung Ehrenbreitstein Koblenz
1839-1848 Stab II. Btl. Köln, I. Btl. Deutz und Festung Ehrenbreitstein Koblenz
1850-1851 Kreuznach
1851-1860 Koblenz
1860-1864 Köln
1864-1865 Stab I. Btl. Hadersleben, II. Btl. Augustenburg / Festung Apenrade
1865-1866 Stab I. Btl. Hadersleben, II. Btl. Tondern, Augustenburg Festung Apenrade und Sonderburg

1867-1871 Stab I. Btl.Flensburg, II. Btl. Augustenburg, Festung Sonderburg
1871-1887 Straßburg im Elsass
1888-1909 Rastatt
1910-1914 Aachen
1914-1918 I. Weltkrieg
1918-1920 Freikorps von Lützow

Feldzüge:                           
1813- 1815 Krieg gegen Frankreich,  Ligny, Belle-Alliance (Waterloo)
1849 Kämpfe in Baden (Kuppenheim)
1866 Krieg gegen Österreich, (Langensalza, Uettingen)
1914-1918  I. Weltkrieg
1918-1920  Kämpfe als Freikorps in Berlin, Braunschweig und Berlin gegen Kommunisten

Armeekorps:                     
 VIII. Armeekorps (ab 1871)                             
15. Divison, 29. Infanteriebrigade zusammen mit Infanterie-Regiment 161


Uniform:
Uniform 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Feldgrauer Waffenrock, Vorstöße vorn herunter und an den Taschenleisten ponceaurot, Stehkragen, Ärmelaufschläge, Ärmelpatten ebenfalls ponceaurot, Schulterklappen mit roten Abzeichen und zitronengelben Vorstößen, blanke Knöpfe.


Feldwebel Schönbrunn, Feldwebel Richter und Feldwebel Hoffmann mit den Fahnen
des 1. Rheinischen Infanterieregimentes Nr. 25.

Regimentsgeschichte:

Nach der katastrophalen Niederlage der französischen Armee in Russland rief der preußische König Friedrich Wilhelm III. zum Kampf gegen die französische Fremdherrschaft auf (Aufruf vom 17.03.1813). Bereits am 03. Februar 1813 hatte der König die Genehmigung zur Bildung freiwilliger Kampfverbände (Jägerkorps) erteilt. Noch im Februar 1813  beantragte der hoch dekorierte Kavallerieoffizier Major Adolf von Lützow beim König von Preußen die Aufstellung eines derartigen Kampfverbandes. Die Genehmigung wurde im am 18. Februar 1813 erteilt. Dieser Tag gilt als der Gründungstag (Stiftungstag) des Regimentes. Im Gasthaus zum „Goldenen Zepter“ in Breslau errichtete von Lützow zusammen mit Major von Petersdorff sein Werbebüro, wo er Freiwillige für das „Königlich Preußische Freikorps von Lützow“, nach ihren Uniformen auch „Schwarze Schar“ genannt,  anwarb. Die benötigten Geldmittel wurden zum Teil durch Spenden aufgebracht. Es wurden sowohl Mannschaften für die Infanterie und Kavallerie angeworben, die in den Orten Zobten und Rogan zusammengezogen wurden. Auch eine Artillerieabteilung war dem Freikorps angegliedert. Dem Freikorps von Lützow gehörten damals eine Reihe berühmter Persönlichkeiten wie z.B. F.L. (Turnvater) Jahn, Theodor Körner (Schriftsteller, Lyriker, gefallen am 26.08.1813 bei Rosenhagen), Josef von Eichendorff, Friedrich Friesen (Mitarbeiter Alexander von Humboldts, gefallen am 16.03.1814 bei La Lobbe / Frankreich) und Friedrich Heinrich Bernhard von Bismarck (Vater Otto von Bismarcks) an. Auch einige „Rheinländer“, wie der in Kleve geborene Dr. Christian Wilhelm BEUTH (später Direktor der Abteilung Handel, Gewerbe und Bauwesen im Finanzministerium) oder die ebenfalls aus der Region Kleve stammenden Karl Friedrich Georg Graf von Ranzow und Friedrich Hallenstein gehörten dem Freikorps an. Das „Freikorps Lützow“ war ein Sinnbild für die damalige patriotische Stimmung in Deutschland und wurde durch Theodor Körners Gedicht „Lützows wilde verwegene Jagd“ (vertont von Carl Maria von Weber) glorifiziert. Durch dieses Gedicht von Körner war das Freikorps von Lützow mit seiner schwarzen Uniform zum Innbegriff der deutschen Freiheitsbestrebungen geworden. Napoleon bezeichnete das Freikorps als „Schwarze Banditen“. Die Uniform bestand aus schwarzen Zivilröcken, mit roten Vorstößen und goldenen Knöpfen. Diese Uniform wurde nach den Befreiungskriegen von der Burschenschaft Jena, denen viele ehemalige Jäger des Freikorps Lützow angehörten, weiter getragen. Die Farbkombination schwarz, rot, gelb (gold) der lützowschen Jäger wurde über das Wartburgfest (1817) und das Hambach Fest (1822) zum Wahrzeichen einer freiheitlichen demokratischen Bewegung und ist somit der Ursprung unserer heutigen deutschen Fahne. Die Glorifizierung der Leistungen des Freikorps entsprach nicht ganz der Wirklichkeit. Bereits am 07.06.1813 wurde das Freikorps in Kämpfen bei Leipzig gegen französische Einheiten aufgerieben, danach aber wieder neu aufgestellt.

 

Es folgten Kämpfe in Deutschland und in Frankreich. Vom Januar 1814 bis März 1814 wurde das Freikorps zur Belagerung der in der Festung Jülich eingeschlossenen französischen Streitkräfte eingesetzt. In Jülich befanden sich zu dieser Zeit 4.000 Mann Besatzung unter dem französischen Brigadegeneral St. LOUP. Die Einquartierung der Soldaten erfolgte in den umliegenden Orten. Mehrfach wurde die Festung Jülich während der Belagerungszeit beschossen. Am 24. März 1814 wurde das Freikorps abgelöst. Nachdem die Artillerieabteilung bereist am 08.05.1814 an die Schlesische Artilleriebrigade abgegeben wurde, entstand bei Dinant / Belgien am 25.03.1815 aus den Resten der Infanterie des Freikorps das Infanterie-Regiment Nr. 25 (1. Rheinisches von Lützow) sowie aus der Kavallerieabteilung das 6. Ulanenregiment. Nach der Rückkehr Napoleons aus der Verbannung nahm das Regiment erneut an den Kämpfen gegen Frankreich teil. Im Verband der Preußischen Armee nahm es an der Schlacht von Ligny (16.06.1815) und Belle Alliance (Waterloo, 18.06.1815) teil. Anschließend nahm das Regiment an den Kämpfen um Maubeuge, Philippville und Fort Charlemont bei Givet teil, bevor es den Rückmarsch in die Garnison nach Erfurt antrat. Am 05. November 1816 wurde erhielt das Regiment die Bezeichnung „1. Rheinisches“, da sich der Regimentsersatz vornehmlich aus den Rheinprovinzen rekrutierte. Ab dem Jahr 1817 war das Regiment in Köln stationiert. Im Jahre 1846 wurde es gegen Unruhestifter in Köln eingesetzt. Es folgte im Jahre 1849 der Feldzug nach Baden, wo das Regiment  gegen revolutionäre Aufständische eingesetzt wurde (Gefechte bei Kuppenheim, Bischweiler und am Federbach). An den Kämpfen gegen Dänemark nahm das Regiment nicht aktiv teil, wurde aber nach dem Ende des Krieges (1864) nach Schleswig – Holstein verlegt. Bereits im Jahre 1866 nahm das Regiment am preußisch – österreichischen Krieg teil und nahm nach ersten Kämpfen um die Festung Stade an der Schlacht bei Langensalza (Juni 1866) teil. Im Anschluss daran erfolgte eine kurze Garnisonszeit in Schleswig – Holstein (1867-1870), die von dem preußisch (deutsch) – französischen Krieg von 1870/71 abgelöst wurde. Im deutsch-französischen Krieg von 1870-71 gehörte das Regiment zum Verband der 15. Division. Die 15. Division war Teil des 8. Armeekorps, anfangs unter dem Kommando von Friedrich Franz II. (Mecklenburg-Schwerin), ab dem 18. Juli 1870 unter August Karl von Goeben, und kämpfte unter anderem bei Mars la Tour, Gravelotte und bei Metz. Nach der Kapitulation von Metz folgten Kämpfe nördlich von Paris in der Schlacht an der Hallue und der Belagerung der Festung von Péronne. Spätere Kämpfe folgten bei Amiens und letztlich bei St. Quentin.

Ab dem Jahre 1910 war das Regiment in Aachen stationiert und feierte dort seine hundertjähriges Bestehen. Der Mannschaftsersatz für das Regiment rekrutierte sich  hauptsächlich aus dem Rheinland, dem Umkreis von Köln und Koblenz. Der Ausbruch des I. Weltkrieges brachte dem Regiment zunächst eine Spezialaufgabe, die Eroberung von Lüttich. Im Anschluss daran kehrte das Regiment in den Verband des VIII. (Rheinischen Armeekorps) zurück. Das Regiment war an folgenden Bereichen der Front im Einsatz:

August 1914                                  
Eroberung von Lüttich

August – 12.09.1914                  
Marneschlacht

12.09. – 14.11.1914           
Champagne / Souain

17.11. – 06.12.1914           
Ypernfront

16.12. – 17.04.1915           
Hochvogesen

18.04. – 12.05.1915           
Ruhezeit

17.05. – 18.06.1915           
Schlacht von Arras

07.07. – 05.07.1916           
Stellungskämpfe an der Maas

10.07. – 20.07.1916           
Schlacht an der Somme

16.09. – 15.10.1916           
Kämpfe an der Narajowka (Galizien)

15.11. – 17.12.1916           
Kämpfe an der Somme

30.01. – 10.04.1917           
Stellungskämpfe im Wyschatebogen und der Yser

23.04. – 05.05.1917           
Frühjahrsschlacht von Arras

07.05. – 19.08.1917           
Siegfriedstellung südlich von St. Quentin

26.08. – 05.10.1917           
Flandernschlacht

26.11.1917 – 31.01.1918  
Tankschlacht bei Cambrai / Siegfriedstellung

01.02. – 26.04.1918           
Schlacht in Frankreich (Cambrai / St. Quentin)

04.06. – 31.07.1918           
Stellungskämpfe bei St. Mihiel

12.08. – 26.09.1918           
Rückzugskämpfe zwischen Somme und Oise

09.10. – 11.11.1918           
Hermann-Stellung

12.11. – 20.12.1918           
Rückmarsch in die Heimat

Am 20.12.1918 wurden die Reste des Regimentes in Aurich / Ostfriesland stationiert. Die Wirren der Zeit brachten es mit sich, dass erneut ein Major von Lützow zur Bildung eines Freikorps (Lützowsches Jägerkorps) aufrief. Etwa 150 Soldaten des Regimentes schlossen sich diesem Freikorps an. In Zossen bei Berlin wurde das neu Freikorps aufgefüllt und in drei Abteilungen gegliedert. In Berlin und Braunschweig wurde das Freikorps gegen revolutionäre Einheiten (Kommunisten) eingesetzt und war auch an den Kämpfen in München maßgeblich beteiligt. Die Zeit des Freikorps war nach 1 ½ Jahren beendet. Damit endete gleichzeitig die Geschichte des 1. Rheinischen Infanterieregimentes Nr. 25.      

Unterstellung / Zuteilungen des Regimentes und einzelner Bataillone während des Krieges:

Unterstellungen:

02.08.1914 – 13.11.1914  
29. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

13.11.1914 – 11.04.1915  
29. Infanterie-Brigade, Division Fuchs

11.04.1915 – 29.06.1916  
29. Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

06.07.1916 – 22.07.1916  
80. Infanterie-Brigade, Division Liebert

25.07.1916 – 22.08.1916  
80. Infanterie-Brigade, Division Dumrath

23.08.1916 – Dez. 1918    
185. Infanterie-Brigade, 208. Infanterie-Division

Zuteilungen:

05.08.1914 – 12.08.1914  
27. Infanterie-Brigade, Korps Emmerich

06.12.1914 – 10.12.1914  
unbekannte Zuteilung

12.06.1915 – 18.06.1915  
16. Infanterie-Division

26.09.1915 – 15.10.1915  
Stab und I.Btl. Infanterie-Regiment Hering

04.03.1915 – 06.03.1915  
I.Btl. zur 51. Landwehr-Brigade A.Abteilung Gaede

15.06.1915 – 18.06.1915  
II.Btl. zur 29.Infanterie-Brigade, 15. Infanterie-Division

07.10.1918 – 13.10.1918  
II.Btl. zur 2.Garde-Infanterie-Division

23.02.1915 – 27.02.1915  
III.Btl. unbekannt zugeteilt

28.02.1915 – 05.03.1915  
III.Btl. zur A.Abteilung Falkenhausen

06.03.1915 –15.03.1915   
III.Btl. zur 8.bayer. Reserve-Division

16.03.1915 – 07.04.1915  
III.Btl. unbekannt zugeteilt

Literatur:                             

Oberleutnant Otto Beckmann Offizier-Stammliste des Inf.Reg.25 des kgl. Lützowschen
Freikorps , Verlag Otto-Zimmer-Vorhaus Berlin, 1913

Major Fritz von Jagwitz, Geschichte des Lützowschen Freikorps,
Verlag Mittler Berlin, 1892

A.K. Martini, Kurzer Abriss der Geschichte des Regimentes 25,
Berlin 1865

H. von Loos, Zur Geschichte des 1. Rheinischen Infanterie-Regimentes Nr. 25  1870/71
Wesel 1875

H. von Fransecky, Geschichte des Regimentes 25,
Berlin 1884

Beiträge zur Geschichte des Regimentes 25, Zeitschrift f. Kunst u.Wissenschaft 1858

Ludwig Strawitzky, Geschichte des 1. Rheinischen Infanterie-Regimentes Nr. 25 und der
Infanterie des Lützowschen Freikorps, 1813-1856. Verlag von Bädeker Koblenz 1857, 1889.

O. Dietlein, Kurzer Abriss der Geschichte des Regimentes 25,
Rastatt 1890

A. Hüttmann, Das Infanterie-Regiment 25 im Weltkrieg,
Berlin 1929